PRESSE


Sommer im Spital 2020


Quelle: Allgäuer Zeitung 04.08.2020


ZWISCHENKUNST & RAUM 2020

 

Sie erinnern sich? Es gab ein Leben vor Corona. In dieser Zeit, Anfang März, fand in Kaufbeuren im derzeit leerstehenden Geyrhalterhaus „Zwischenkunst & Raum“, eine bemerkenswerte Ausstellung statt.

Bemerkenswert in mehrfacher Hinsicht. Events dieser Art haben normalerweise einen langen Vorlauf – diese Ausstellung wurde in wenigen Wochen auf die Beine gestellt, Künstler dafür gewonnen, die Werke ausgewählt, das Rahmenprogramm und die Werbung gestaltet und alles organisiert. Und das alles nicht von  professionellen Kuratoren sondern von enthusiastischen jungen Menschen, denen die Belebung des Kaufbeurer Kulturlebens am Herzen liegt und die regionalen und überregionalen Künstlern eine Bühne bieten wollten.

 

Daniel Fischer von woodandwire, Sebastian Mayrhofer, Ruth Kolmeder und Thorsten Mühlbach schulterten die Organisation gemeinsam und verteilten die Aufgaben nach Schwerpunkten.

Die gezeigten Objekte standen dabei in Beziehung zum einstmals prächtigen Gebäude, dessen Räumen nun teils ein morbider Charme anhaftet. Äußerst vielfältig fanden sich dabei Arbeiten aus den unterschiedlichen Genres - Skulpturen, Malerei, Illustration, Grafik, Installation, Videoarbeiten. Die verschiedenen Ebenen des Hauses mit verwinkelten Treppen wurden dabei geschickt bespielt und sorgten beim Betrachter für überraschende Eindrücke. Die Künstler setzten sowohl fertige Werke in Szene, kreierten aber auch gemeinsam Arbeiten, die mit den jeweiligen Räumen korrespondierten.

Im Eingangsbereich schwebte dem Besucher Sebastian Mayrhofers imposanter Adler mit ausbereiteten Schwingen entgegen und gab dann den Blick frei auf den Thekenbereich und die Bühne, die ideenreich und einladend gestaltet waren. Nora Gutwenger und Ursula Gaisbauer symbolisierten die Metamorphose des Gebäudes in ihrer Installation, „Teilchen“ , die sich schäfchengleich durch die ganze Ausstellung zogen und sich bis zum Eingang bewegten. Florale Tapete als Hintergrund erhöhte die Wirkung mancher Bilder oder bildete einen reizvollen Kontrast zu einer Videoprojektion, roter Teppichboden brachte Marmorobjekte besonders gut zur Geltung, Ecken und Nischen wurden geschickt genutzt und abblätternde Wandfarbe in die Gestaltung mit einbezogen. Die Ausstellung gewann ihren Reiz nicht nur aus dem Kontrast zu herkömmlichen Schauen, die gezeigten Arbeiten und das Ambiente brauchten auch qualitativ den Vergleich mit großstädtischen Veranstaltungen nicht zu scheuen.

Leider fiel das fein geplante abendliche Musikprogramm am Ende der Veranstaltung den zunehmenden Beschränkungen durch die Pandemie zum Opfer. Dennoch zeigten sich die Organisatoren zufrieden mit der Resonanz und den durchwegs positiven Rückmeldungen der Besucher. Das Ziel, das örtliche Kulturleben zu bereichern, wurde auf alle Fälle erreicht.

 

TEXT: URSULA  ZASCHE


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